Dirk Rohweder

Dirk Rohweder – Bereichsleiter Suchtberatung

Hanf gehört zu den ältesten Nutzpflanzen und wurde schon lange vor unserer Zeitrechnung in Asien angebaut. Von da verbreitete es sich ab dem 11. Jahrhundert über die ganze Welt. Die Pflanze wurde insbesondere für ihre heilsame und schmerzstillende Wirkung und ihrer vielseitig einsetzbaren Fasern geschätzt.

Das in den weiblichen Blüten enthaltene THC (Tetrahydrocannabinol) hat eine berauschende Wirkung und wird hierzulande in verschiedensten Formen illegal konsumiert.

Cannabis aus dem Chemielabor

Seit dem Jahre 2019 taucht nun vermehrt synthetisch aufbereiteter Cannabis in der Schweiz auf.

Getrocknete Blüten der unterdessen in der Schweiz legalen CBD-Hanfpflanze (THC-freier Hanf) werden hier mit einer chemischen Substanz besprüht, um dann als Marihuana verkauft zu werden. Diese Substanz ist dann nicht mehr legal, sondern illegal, was selbstverständlich auch für den Konsum gilt. Der Schwarzmarkt hat dieses Herstellungsverfahren als Marktlücke entdeckt und erzielt mit dem Verkauf sehr grosse Gewinne. Die Hersteller legen aber wenig bis gar keinen Wert auf die Gesundheit der Konsumenten. So werden die Blüten häufig unregelmässig besprüht oder vermengt und können dadurch partiell mehr oder weniger Wirkstoff enthalten. Schon kleinste Mengen können deshalb verheerende bis tödliche Folgen haben.

Unbedingt beachten, wenn es trotzdem zum Konsum kommt

Bei der Suchtberatung wissen wir von Eltern, welche von Zitteranfällen, Ohnmacht, Übelkeit und ähnlichen Symptomen ihrer Kinder berichten. Und auch Jugendliche haben von regelrechten Horrortrips erzählt, nach dem Konsum von vermeintlich «normalem» Marihuana. Dem Gras sieht man es weder an, noch riecht man, ob es synthetisch behandelt worden ist.

Wir raten daher jenen, die sich trotz des Verbots für den vom Konsum von Cannabis entscheiden, zum Schutz der Gesundheit zumindest die folgenden Punkte zu beachten:

  • Das Gras auf jeden Fall gut durchmischen, damit sich die chemische Substanz möglichst gleichmässig verteilt.
  • Nach ein paar Zügen eine Pause von 20 Minuten einlegen und abwarten, wie die Droge wirkt.
  • Nie alleine Konsumieren und am besten sollte eine Person immer nüchtern bleiben, um im Notfall Hilfe holen zu können.
  • Keine weiteren Drogen oder Alkohol dazu einnehmen. Die Wirkung einer solchen Mischung ist unberechenbar.

Das Team der Suchtberatung steht Konsumenten, aber auch Eltern, Angehörigen und Schulen für weiterführende Informationen und Beratungen zur Verfügung.