Von der Vereinbarkeit von Beruf und Familie

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Von der Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Grosse Veränderungen
Eltern-werden bedeutet für die meisten Eltern eine sehr grosse Veränderung im Leben. Aus einer Paarbeziehung von oftmals zwei berufstätigen Personen wird eine Familie. Die Geburt eines Kindes bringt Veränderungen auf verschiedenen Ebenen mit sich: bspw. in der Partnerschaft, in der Freizeit, in der Schlafqualität, in der Verwandtschaft, im Freundeskreis und auch im Beruf.

Anders als noch vor 30 Jahren ist ein beachtlicher Anteil der Mütter in einem Teilzeitpensum tätig. Bei den Vätern sieht es anders aus. Zwischen Befragungsresultaten und der Realität zeigt sich ein völlig anderes Bild. In Befragungen gibt ein Grossteil der Väter an, vermehrt Zeit mit den Kindern verbringen zu wollen und das Arbeitspensum zu reduzieren. Tatsächlich in einem Teilzeitpensum arbeitet nur eine Minderheit der Väter und mit der Geburt der Kinder verbringen viele Väter vermehrt Zeit bei der Arbeit (Schröder, M. (2018)).

In unserem Beratungsalltag in der Paar-, Familien- und Jugendberatung sind Väter, die in einer Teilzeitanstellung arbeiten, auch klar eine Minderheit. Da treffen Beraterinnen und Berater oft sehr engagierte und erschöpfte Mütter von meist kleinen Kindern an, in deren Alltag Anerkennung und Wertschätzung oftmals eine Rarität darstellen.

Die teilweise daraus resultierende Müdigkeit und der Frust können die Beziehung zum Partner stark belasten. Eine belastete Paarbeziehung wiederum kann die Beziehung des Vaters zu den Kindern beeinträchtigen (z.B. Maternal Gatekeeping).

Beziehung braucht Zeit
Im Rahmen der Paar-, Familien- und Jugendberatungen – und oftmals gerade auch in Trennungsberatungen – berichten Eltern von mangelndem gegenseitigem Verständnis. Wir begegnen auf der einen Seite Familienväter, die gerade in der Kleinkindphase beruflich aufsteigen und nebenan Hobbies haben, die sie weiterhin pflegen möchten. Sie können teilweise nicht nachvollziehen, warum sich die Partnerin aus der Beziehung verabschiedet hat oder mehr Präsenz fordert. Auf der anderen Seite sitzen müde Mütter, die sich nach Pausen, Entlastung und Anerkennung sehnen.

Gegenseitiges Verständnis
Nutzt ein frischgebackener Vater die Gelegenheit, in die neue Rolle einzutauchen, mit dem Kind in Beziehung zu treten und im Haushalt mitanzupacken, kann dies einen positiven Einfluss auf verschiedenen Ebenen haben. Väter berichten dann beispielsweise davon, dass sie eine tiefere Beziehung zu ihrem Kind aufbauen können, von einer höheren Qualität in der Partnerschaft, von einer Entlastung der Mutter und der Einsicht, wie anstrengend und anspruchsvoll die Betreuungs- und Hausarbeit sein kann. Dies kann förderlich sein für das gegenseitige Verständnis und die Anerkennung davon, was in der intensiven Zeit mit den kleinen Kindern geleistet wird. Dies kann die Paarbeziehung und somit auch die Beziehung des Vaters zum Kind nachhaltig positiv beeinflussen.

Presseartikel «Die Männer haben Schiss» – Thurgauer Zeitung, vom 22.07.2018

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By |2018-09-20T10:13:57+00:00Donnerstag, 20. September 2018|