Ende September 2020 lud das Schulnetz21-tg im Rahmen der jährlichen Netzwerktagung Fachpersonen der Primar- und Sekundarstufe zu einem Fachaustausch über das Thema Integration und kulturelle Unterschiede im Schulalltag ein. Unterstützt wurde das Schulnetz21-tg von Femmes-Tische TG.  Die Tagung mit dem Titel «Herausforderung mit Verschiedenheit in der Schule» hatte zum Ziel, das Verständnis der Teilnehmenden für die verschiedenen soziokulturellen Hintergründe der Schülerinnen und Schüler zu schärfen und ihnen konkrete Anregungen für den praktischen Schulalltag an die Hand zu geben.

Umgang mit Unterschiedlichkeiten hat auch sehr viel mit mir zu tun…

Individuelle Erklärungen zu Nationalitäten und Kulturen etc. wie zum Beispiel – Ausländer sind alle so und so – kann schwierig resp. problematisch sein, weil einem «Kollektiv», eine einzige Beschreibung überstülpt wird. Alle albanischen Jugendlichen, sind so – entspricht also niemals der Realität. Das Individuum, also die einzelne Person und auch das Geschlecht steht immer über dieser kollektiven Beschreibung von Kultur und Ethnie. Wenn man eine individuelle Person erfassen und verstehen will, hilft die kollektive Beschreibung nur bedingt. Warum? Weil eine Be-Wertung stattfindet auf individueller Ebene. So entsteht individuelle Wahrnehmung aus kultureller Prägung, denn Menschen konstruieren ihre Meinungen.

Gelingende Beziehungen bestehen aus Vertrauen und Verständnis. Beides bedingt das ich das Gegenüber begreifen und verstehen möchte. Auf negativ auffallende Kinder und Jugendliche (Schüler und Schülerinnen) kann ich als verantwortliche Person (Lehrperson) mit Strafaufgaben reagieren und denken, dass sie so ihr Verhalten ändern und nicht mehr negativ auffallen. Ich habe aber auch die Möglichkeit sie als Individuum mit ihrem soziokulturellen Hintergrund und ihren individuellen Bedürfnissen zu verstehen und Ihr Fehlverhallten anhand dieser Gegebenheiten einzuordnen. So oder so besteht das Lernen von Kindern und Jugendlichen zum grossen Teil aus gelingenden Beziehungen und Vertrauen.

Eine gelingende Beziehung besteht unter anderem (vor allem) daraus wie ich über jemanden denke. Denke ich positiv über mein Gegenüber, über meinen Schüler über den Jugendlichen aus der Nachbarschaft oder eben negativ? Diese Denkweise, ob ich im Gegenüber Ressourcen und Möglichkeiten erkenne oder eher Defizite und Misstrauen habe, ist viel der stärkere Einflussfaktor auf eine Haltungsänderung oder das Lernen als der Inhalt der Botschaft. Es bedingt eine positive Grundeinstellung und somit besteht die Möglichkeit vom Konflikt zur Kooperation zu kommen. Oder vereinfacht gesagt: «Es kommt nicht darauf an was (Inhalt) man sagt, sondern wie (Haltung, Wohlwollen) man es sagt.