Haben Sie beobachtet, wie Ihr Baby hingebungsvoll an seinen Händchen saugt? Wie es intensiv die Zehen in den Mund nimmt und wie es, sobald es nackt ist, nach seinem Geschlechtsteil greift? Kinder erkunden ab Geburt spielerisch, neugierig und interessiert ihren ganzen Körper. Sie entdecken, welche Berührungen schöne, angenehme Gefühle auslösen und lernen diese zu verstärken. Es ist für ihr späteres sexuelles Erleben im Erwachsenenalter wichtig, dass sie ihren ganzen Körper als etwas Angenehmes, Liebenswertes, Schönes erleben dürfen. Als etwas, das andere mit Respekt, Achtung und Rücksicht behandeln.

Dies geschieht nicht isoliert, sondern ist eng verknüpft mit dem Umfeld. Das Kind nimmt wahr, wenn Erwachsene ablehnend reagieren, wenn es sein Geschlechtsteil berührt. Es bemerkt die Irritation, wenn es rhythmische Bewegungen wiederholt und die erregenden Gefühle geniesst. Es bemerkt, wenn das «Pfiefeli» bewundert und das  «Schlitzli»  übergangen oder nicht benannt wird.

Kindliche Sexualität kann nicht mit Erwachsenensexualität verglichen werden, ein gutes Körpergefühl schafft jedoch die Grundlage für eine erfüllte Erwachsenensexualität.

Mit folgenden Tipps unterstützen Sie Ihr Kind in der Entwicklung eines guten Körpergefühls:

Kindliches Verhalten Verhaltenstipps für Eltern
Entdecken, dass das Berühren des Körpers schöne Gefühle auslöst. Das Kind den eigenen Körper entdecken lassen und dem Kind eigene Gefühle zugestehen.
Unterschiede zwischen dem eigenen Körper und jenem der anderen feststellen, nach und nach entwickeln des Schamgefühls. Die Körperteile im Intimbereich benennen (Penis, Vulva..), dem Kind eine wertschätzende Haltung dem gesamten Körper gegenüber vermitteln.
Nackt spielen und herumrennen lassen. Erklären, was im Privaten und was im öffentlichen Raum gemacht werden darf.
Doktorspiele, Rollenspiele wie Mama oder Papa spielen, usw. Kinder darin bestärken, nein sagen zu dürfen. (Körperkontakt, Kuss etc.)

Doktorspiele: Nur unter Gleichaltrigen erlauben. Mit Kindern Abmachungen treffen, z.B. nur was beide möchten ist erlaubt, keine Gegenstände einführen, Türe geöffnet lassen etc.

Wertschätzender Umgang mit dem Geschlecht des Kindes, unabhängig davon, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist.

Buchtipp:

Das bin ich – von Kopf bis Fuss

von Dagmar Geisler

Auflistung teilweise der Broschüre «Sexualaufklärung von 0-18 Jahren» entnommen.

Mit freundlicher Genehmigung von Elternbildung Schweiz.

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