Regeln, Grenzen, Strafe (Teil 1)

28. April 2021

Was und wie wir unsere Erziehung in der  Kindheit erlebt haben, nehmen wir in unser Erwachsenenleben mit. Diese Erlebnisse beeinflussen uns auch in unserem Tun als Eltern. Zudem treffen zwei verschieden erlebte «Erziehungen» aufeinander!

Kein Dessert, weil nicht aufgegessen wurde? Keine Geschichte am Abend, weil die Spielsachen nicht aufgeräumt wurden? Ein Klaps auf die Finger, weil ein anderes Kind gehauen wurde? Anschreien? Ins Zimmer müssen? Was ist richtig?

Was hilft uns, damit unsere Kinder zu selbstbewussten, mutigen und kooperativen Menschen heranwachsen.

Kinder werden ohne ein Wertesystem geboren. Sie müssen die Ge- und Verbote, die Regeln unserer Kultur und Gesellschaft erst kennen und verstehen lernen. Wir als Eltern zeigen Ihnen, wie die Welt funktioniert.

Das beginnt bei uns in der Familie, in einem «geschützten» Rahmen.

Kinder müssen sehr viel lernen – und beim Lernen dürfen auch Fehler passieren!

Folgende Tipps können Ihnen dabei helfen:

  • Kinder brauchen einen «Erziehungsrahmen» vergleichbar mit einem Bilderrahmen, der ihnen Sicherheit, Stabilität und Geborgenheit bietet.
  • Sprechen Sie sich als Eltern ab, was Ihnen in der Erziehung wichtig ist. Klären Sie miteinander die Werte, die für Sie und Ihre Familie wichtig sind.
  • Leben Sie mit Ihren Kindern die Regeln und Rituale in ihrer Familie.
  • Kommunizieren Sie die Regeln liebevoll, aber klar.
  • Es braucht von Zeit zu Zeit eine Wiederholung der Regeln; «wir waschen uns immer die Hände bevor wir essen», «Wir stellen unsere Schuhe auf die Matte und hängen die Jacke an die Garderobe» usw.
  • Benutzen Sie positive Formulierungen, z.B. «Das Essen bleibt auf dem Tisch» an Stelle von «Das Essen wird nicht hinuntergeworfen».
  • Benutzen Sie die «Wir-Form», das Kind ist somit ein Teil der Gemeinschaft und fühlt sich dazugehörig und aufgehoben.
  • Bitten sie ihr Kind «nur» zweimal etwas zu tun oder lassen, anschliessend handeln Sie (z. B nehmen sie das Kind weg, wenn es etwas nimmt, was ihnen gehört und sie nicht möchten, dass das Kind damit spielt).

Bei Fragen sind wir von der Mütter- und Väterberatung gerne für Sie da.


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