Wer kennt das als Mutter oder Vater nicht?

  • «Lärm macht meinem Kind plötzlich grosse Angst. Den Staubsauger benutze ich nur noch, wenn es abwesend ist.»
  • «Haare waschen ist eine Katastrophe, meine Tochter gerät richtiggehend in Panik.»
  • «Im Muki -Turnen klebt mein Kind die ganze Zeit an meinem Hosenbein. Ich möchte gerne, dass es auch so herumtollt und Spass hat wie die anderen Kinder.»

Dass bereits Babys Angst haben, lässt sich oftmals im sogenannten «Fremdeln» (ab etwa neun Monaten) das erste Mal beobachten. Kriecht es beispielsweise von der Mutter/dem Vater weg, fühlt es sich nach einer gewissen Entfernung unsicher und sucht wieder die Nähe, Geborgenheit und Sicherheit bei seiner Bezugsperson. Diese Angst tritt nicht sinnlos auf, sondern sie schützt das Kind vor allfälligen Gefahren und bewahrt es so vor Schaden.

Es gibt neben dem «Fremden» noch andere, entwicklungsbedingte Ängste. Zum Beispiel Angst vor der Dunkelheit, vor fremden Menschen, vor lauten Geräuschen, vor Phantasiebildern, vor Gewittern, vor eigenen starken Gefühlen etc.

Es ist normal, dass Kinder (und Erwachsene) auf neue, ungewohnte oder bedrohlich wirkende Situationen oder Erlebnisse mit Angst reagieren. Angst gehört zu unserem Leben.

Mit Ihnen an der Seite, lernt das Kind mit seinen Ängsten umzugehen, sie einzuordnen (gefährlich/ungefährlich?) und sie zu überwinden.

Mit folgenden Tipps unterstützen Sie Ihr Kind im Umgang mit Ängsten:

  • Bleiben Sie unbedingt bei Ihrem Kind, wenn es Angst hat. Ihre Nähe und Ruhe geben ihm Sicherheit und helfen ihm, sich zu beruhigen. Sie sind sein Vorbild, es orientiert sich an Ihnen.
  • Nehmen Sie die Ängste Ihres Kindes ernst und begleiten Sie es in kleinen Schritten durch die angstmachende Situation. Hat es beispielsweise Angst vor dem Staubsauer, so nehmen Sie das Kind auf den Arm, reden beruhigend mit ihm und hören sich den Lärm aus Distanz an. Nähern sie sich langsam. Reagiert das Kind darauf sehr ängstlich, so belassen Sie es dabei. Wiederholen Sie das Vorgehen wenn nötig das nächste Mal. Das Kind wird immer mutiger werden.
  • Sätze wie: «Das ist doch kein Grund Angst zu haben» sind wenig hilfreich. Benennen Sie das Gefühl für Ihr Kind: z.B. «Gell, das macht dir Angst. Schau ich bin bei dir.»
  • Lassen Sie es spielerisch Erfahrungen mit angstmachenden Situationen machen. Zum Beispiel indem es der Puppe oder Ihnen die Haare waschen darf, Sie singend angstmachende Situationen überbrücken (Höörli wäsche, Höörli wäsche…) oder indem es selber Lärm macht und Sie davon spielerisch «Angst bekommen».
  • Sie können ein Plüschtier, einen Schutzengel, einen Traumfänger zum Beschützer Ihres Kindes aufbauen. Sagen Sie dem Kind zum Beispiel. «Der Löwe ist ganz stark. Er bleibt bei dir und passt auf dich auf».
  • Überlassen Sie es Ihrem Kind, wann es so weit ist, sich auf etwas Neues einzulassen. Ermutigen Sie es, bleiben Sie ruhig und setzen Sie es nicht unter Druck. Die Neugier wird früher oder später siegen. (Beispiel MuKi Turnen)
  • Nehmen Sie dem Kind nicht alles Herausfordernde ab, denn überwundene Angst macht stark.
  • Durch Rituale und geregelte Abläufe helfen Sie dem Kind, sich im Tagesablauf zu orientieren. Es wird vorhersehbar, was als nächstes kommt. Das gibt ihm Sicherheit und Geborgenheit im Alltag.

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