«Up2date – Medienkompetenz für Eltern» ist eine neu lancierte Veranstaltungsreihe der Perspektive Thurgau. Eltern, Grosseltern und Erziehungsberechtigte erhalten Antworten auf die drängendsten Fragen rund um die Nutzung des Internets und den digitalen Medien.

«Mein elfjähriger Sohn liebt Computerspiele wie viele andere Kinder in seinem Alter auch», berichtet ein Vater. Normalerweise spiele er Strategiespiele. Doch seit er Fortnite entdeckt hat, ist er völlig fasziniert und verbringt jede freie Minute vor dem PC.»
Die Faszination des Jungen, nennen wir ihn Ramon, sei nachvollziehbar, so Peter Welti Cavegn, Fachexperte für Gesundheitsförderung und Prävention bei der Perspektive Thurgau. Im wohl beliebtesten Multiplayer-Shooters-Game, das weltweit von über 40 Millionen anderen Jugendlichen gespielt wird, treten verschiedene Teams als virtuelle Kämpfer gegeneinander an. Das Szenario ist sehr comichaft, die Figuren stark überzeichnet. Eine packende Story sowie eine aufregende Mission ziehen Spielende wie Ramon in ihren Bann. Gewalt kommt lustig und harmlos daher. Die Waffen allerdings sind realen nachempfunden. Mit einem Blick durch das Zielfernrohr des Scharfschützengewehrs lassen sich gezielt Körperregionen anwählen. Es wird gekämpft, geballert, gestorben. Es drängt sich die Frage auf: Sind solche Videospiele kindgerecht? Und was können Eltern tun, um ihre Kinder vor negativen Erfahrungen zu schützen?

Eltern im Umgang mit digitalen Medien oft ratlos
Im Fall von Ramon ist die Situation eskaliert: feste Computerzeiten, Strafen, Hausarrest, Entzug des Sackgeldes – nichts schien den Elfjährigen zu beeindrucken. «Als alle Massnahmen versagten, habe ich nachts den Laptop auseinandergebaut und sämtliche Kabel durchtrennt…» gesteht der verzweifelte Vater.

Viele Eltern sind ratlos wenn es um den richtigen Umgang mit digitalen Medien geht. Peter Welti Cavegn vergleicht die digitale Welt gerne mit einer riesigen Stadt: Es gibt wunderschöne Gegenden, nette Leute, Kinderspielplätze, freundliche Wohnquartiere und Grünflächen. Es schleichen aber auch merkwürdige Gestalten herum, gefährliche Strassen verunmöglichen das Passieren, Kriminalität, Drogen und Gewalt stellen reale Gefahren dar. Wie lernt ein Kind, sich in dieser Stadt sicher und verantwortungsvoll zu bewegen?

«Up2date» macht medienfit
Genau wie im realen Leben braucht es auch in der digitalen Welt die Begleitung der Eltern – als vertrauensvolle Zuhörer, hilfsbereite Gesprächspartner, interessierte Mitlernende und gute Vorbilder. Hier setzt «up2date» an: Eltern, Grosseltern und Erziehungsberechtigte erhalten Einblick in die ihnen oft verborgene Welt ihrer Kinder und lernen, sich selbst kompetent darin zu bewegen. «Am wichtigsten scheint mir ein ehrliches Interesse der Eltern daran, was Kinder im Internet und an digitalen Medien fasziniert», so Welti Cavegn. Er sieht darin eine Grundvoraussetzung, damit Eltern und Kinder im Austausch bleiben. Wie Medienerziehung im Alltag gelingt, wie zum Beispeil Filter eingerichtet werden, welche Gesetze im Internet gelten und wo man im Kanton Thurgau Unterstützung erhält, erfährt man an der neu lancierten Veranstaltungsreihe der Perspektive Thurgau.

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