Während der Aktionswoche für Kinder von suchtkranken Eltern (vom 10. bis 16. Februar 2020) steht das Wohl von Kindern aus suchtbelasteten Familien im Zentrum. Bei der Perspektive Thurgau finden betroffene Eltern und Angehörige kostenlose Unterstützung.  

 Vergangene Woche ist «Platzspitzbaby» in den Schweizer Kinos angelaufen. Der Film erzählt auf feinfühlige und erschütternde Weise vom Aufwachsen in einer Welt der Drogen. Die offene Drogenszene in Zürich ist mittlerweile Geschichte, das Schicksal von Kindern aus suchtbelasteten Familien nicht. Ihr Leben und Leiden findet heute weniger in der Öffentlichkeit, sondern viel mehr im Privaten statt. Darauf will die «Aktionswoche für Kinder von suchtkranken Eltern» aufmerksam machen.

Suchtbelastete Familien frühzeitig zu unterstützen ist angesichts der hohen Risikofaktoren auch ein wichtiges Anliegen der Perspektive Thurgau. Deshalb beteiligt sie sich an der nationalen Aktionswoche der Stiftung Sucht Schweiz und ruft ihr breites Hilfsangebot für die Thurgauer Bevölkerung in Erinnerung.

 In einer suchtbelasteten Familie leiden alle massiv

Wenn ein Elternteil suchtkrank ist, leidet die ganze Familie. Im täglichen Leben dreht sich alles um Alkohol, Drogen oder um das süchtige Verhalten (z.B. Essstörung, Spielsucht oder Online-Sucht). Auch beim nicht betroffenen Elternteil ist häufig die ganze Aufmerksamkeit auf das Suchtproblem des Partners oder der Partnerin gerichtet. So wird das Kind sich selber überlassen oder es werden ihm Aufgaben und Verantwortung übertragen, denen es oftmals nicht gewachsen ist. Manchmal wird es Zeuge von innerfamiliären Auseinandersetzungen und Gewalt, und nicht selten auch selbst Opfer davon.

 Ein Recht auf Unterstützung

Kinder sind häufig nicht in der Lage, ihre Scham, Wut oder Angst darüber auszudrücken. Oft ziehen sie sich in Schweigen zurück und versuchen, alleine mit den Belastungen zurechtzukommen. Sie hoffen, die Situation grundlegend ändern zu können und fühlen sich hilflos, wenn sie erkennen, dass ihnen dies nicht gelingt. Es ist wichtig, Kindern zu verdeutlichen, dass sie keine Schuld an einer Suchterkrankung tragen. Dazu brauchen sie ihrem Alter entsprechende Unterstützung von Vertrauenspersonen und Fachleuten.

Auch suchtkranke Eltern wollen gute Eltern sein

Suchtkranke Eltern benötigen Ermutigung und gezielte Unterstützung, sodass sie ihre Elternverantwortung wahrnehmen können. Die Perspektive Thurgau unterstützt sie dabei. In Gesprächen mit einer Fachperson wird erarbeitet, wie Eltern oder Angehörige ihre Kinder stärken, wie sie selbst ihre Suchtprobleme angehen und so das Leid der gesamten Familie lindern können. Die Gespräche sind kostenlos und vertraulich, die Fachpersonen unterstehen der Schweigepflicht.

Weitere Informationen

Dirk Rohweder
Bereichsleitung Suchtberatung
Felsenstrasse 5, 8570 Weinfelden

Telefon 071 626 02 02 (Zentrale)
E-Mail

Wichtige Adressen und Links

147
Notrufnummer Pro Juventute für Kinder und
Jugendliche

052 723 48 23
Fachstelle Opferhilfe Thurgau

071 626 02 02
Suchtberatung Perspektive Thurgau

www.mamatrinkt.ch / www.papatrinkt.ch
Eine Webseite von Sucht Schweiz für Kinder und
Jugendliche.