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Mütter- und Väterberatung

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Stuhlgang – Was ist normal?

By |2019-04-25T07:19:23+01:00Mittwoch, 24. April 2019|

So lange Babys und Kleinkinder gewickelt werden, sind Eltern mit deren Ausscheidungen direkt konfrontiert. Verändern sich diese plötzlich in der Farbe, Konsistenz oder Häufigkeit, ist das für viele beunruhigend.

Die Ausscheidungen hängen mit der Nahrungsaufnahme zusammen.  Da sich diese im Verlauf des ersten Lebensjahres stark verändern, ändert sich mit der Nahrung auch der Stuhlgang ihres Kindes.

Folgende Stuhlveränderungen sind zu erwarten:

Mit Muttermilch ernährte Kinder haben in den ersten zwei bis vier Wochen häufigen (bis zu 10 x täglich), oft eher flüssigen, grünlich/gelben Stuhlgang.

Danach nimmt die Häufigkeit des Stuhlgangs ab und die Konsistent wird fester. Sie ist breiig, manchmal mit körnigen Beimengungen (wie Hüttenkäse). Die Farbe hellgelb bis grünlich.

Wichtig: Wird das Kind voll gestillt, gedeiht es gut und hat es keine Beschwerden, darf der Stuhlgang länger als eine Woche ausbleiben!

Der Stuhlgang von mit Säuglingsmilch ernährten Kindern ist gelbbraun. Die Konsistenz ist weich geformt. Die Häufigkeit schwankt je nach Kind.  So lange der Stuhlgang weich bleibt und das Kind keine Beschwerden hat, ist alles in Ordnung.

Die Verdauung des Kindes braucht Zeit, sich an neue Nahrungsmittel zu gewöhnen. Es ist daher empfehlenswert, dem Kind immer nur ein neues Nahrungsmittel anzubieten und ca. drei Tage die Reaktion darauf zu beobachten.
Erhält das Kind das erste Mal Brei, so ist dies in seinem Stuhl deutlich erkennbar.
Der Stuhl vor allem von gestillten Säuglingen wird häufig eingedickt. Das heisst, er wird breiig oder bekommt eine weiche, wurstförmige Konsistenz.
Die Verdauung ist noch nicht vollständig ausgereift, es ist daher normal, dass der Kot Nahrungsstücklein enthalten kann.
Die Farbe von mit Brei ernährten Babys richtet sich stark nach den gegessenen Lebensmitteln.

Mit dem festeren Stuhlgang kann es auch vorkommen, dass Ihr Baby aktiver als zuvor presst. Machen Sie sich darüber keine Sorgen. Aktives Drücken mit rotem Köpfchen und Anstrengung ist noch kein Hinweis auf Verstopfung.

Folgende Nahrungsmittel verändern die Stuhlfarbe:

Nahrungsmittel Veränderung
Randen (Rote Beete) Stuhl färbt sich rot
Karotten Stuhl färbt sich orange
Spinat Stuhl färbt sich grün
Fleisch Stuhl färbt sich dunkelbraun
Banane Stuhl enthält grau/schwarze Fasern
Eisenpräparate Stuhl färbt sich schwarz

Die Häufigkeit des Stuhlganges schwankt bei vom Familientisch ernährten Kindern und bei Erwachsenen zwischen täglich bis jeden dritten Tag.
Wichtig ist, dass die Stuhlentleerung schmerzfrei und die Konsistenz des Stuhles weich und wurstförmig ist.

Mehr zu diesem Thema (Verstopfhung) im nächsten Beitrag.

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Vorsicht Zecken

By |2019-04-09T15:19:17+01:00Mittwoch, 10. April 2019|

Der Frühling ist da und lockt Kleine und Grosse ins Freie. Doch beim Durchstreifen der Natur sollte man auch bedenken, dass von Frühling bis Herbst Hochsaison der Zecken ist. Zecken – umgangssprachlich auch «Holzböcke» genannt – sind winzige Lebewesen, die sich vom Blut von Menschen und Tieren ernährenSie leben auf niedrigen Pflanzen, wie Sträuchern, hohen Wiesen oder im Unterholz im Wald.. Von dort streifen sie sich auf vorübergehende Menschen und Tiere ab, oder lassen sich auf sie fallen.

Je nach Region in der Schweiz, ist ein Grossteil der Zecken Träger von Krankheitserregern. Bei einem Zeckenstich besteht das Risiko einer Krankheitsübertragung. Da der Stich der Zecken nicht spürbar ist, werden sie oft lange nicht bemerkt. Die häufigsten durch Zecken übertragenen Erkrankungen sind «Lyme-Borreliose» und «Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)». Erste Erkrankungszeichen nach einem Stich können innerhalb einiger Tage bis drei Wochen auftreten.

Der beste Schutz vor einer Erkrankung ist, den Zeckenstich zu vermeiden

Ein paar Tipps dazu
  • Im Wald, in Waldnähe und im hohen Gras lange, geschlossene Kleidung und Schuhe tragen. Socken über die Hosen stülpen
  • Nach dem Aufenthalt in der Natur, Körper nach Zecken absuchen.
  • Kleider wechseln und ausschütteln.

Bevorzugte Stellen sind:
Behaarter Kopf, hinter den Ohren, Achselhöhlen, Bauchnabel, Leisten, Innenseite der Oberschenkel, Kniekehlen.

Was tun bei einem Zeckenstich:

  1. Die Zecke sollte so bald wie möglich entfernt werden.
  2. Zecke mit flacher Pinzette möglichst nahe an der Haut fassen, mit stetigem Zug gerade herausziehen (s. Wichtig).
  3. Desinfektion der Einstichstelle
  4. Datum des Stiches und Ort des Einstiches notieren. Einstichstelle beobachten (für ca. 3 Wochen)

Wichtig

  • Von Massnahmen wie beispielsweise Beträufeln der Zecke mit Öl/ Alkohol/ Nagellack oder Entfernung durch Drehbewegung, wird dringend abgeraten. Sie können das Risiko einer Krankheitsübertragung erhöhen.
  • In der Haut bleibende Zeckenteile, sind kein Problem. Sie werden vom Körper abgestossen.
  • Wird Borreliose frühzeitig erkannt, kann sie mit Antibiotika behandelt werden. Für die FSME gibt es keine spezifische Behandlung. Es besteht die Möglichkeit einer Schutzimpfung (Im Allgemeinen ab 6 Jahren empfohlen).
  • Anti-Zeckensprays können die sensible Kinderhaut reizen und haben einen sehr starken Geruch. Sie sind möglichst nicht, oder nur sehr zurückhaltend auf die Kleider aufzutragen (frühestens ab 1 Jahr).

Kontaktieren Sie den Kinderarzt bei:

  • einer kreisrunden Rötung um die Einstichstelle, sich ausbreitender/wandernder Rötung. Sie sind typisch im frühen Stadium einer Borreliose.
  • grippeartigen Symptomen (Kopfschmerzen, Fieber, Müdigkeit, Gliederschmerzen). Das können erste Anzeichen einer Borreliose oder FSME sein.
  • Unsicherheit
  • Informations- und Beratungsbedarf bzgl. FSME-Impfung

Die Risikogebiete der Schweiz sowie weitere Informationen zu Zecken finden Sie z.B. unter https://zecken-stich.ch

Bei Fragen ist die Mütter- und Väterberatung gerne für Sie da.

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Sexualentwicklung

By |2019-03-27T08:52:49+01:00Mittwoch, 27. März 2019|

Haben Sie beobachtet, wie Ihr Baby hingebungsvoll an seinen Händchen saugt? Wie es intensiv die Zehen in den Mund nimmt und wie es, sobald es nackt ist, nach seinem Geschlechtsteil greift? Kinder erkunden ab Geburt spielerisch, neugierig und interessiert ihren ganzen Körper. Sie entdecken, welche Berührungen schöne, angenehme Gefühle auslösen und lernen diese zu verstärken. Es ist für ihr späteres sexuelles Erleben im Erwachsenenalter wichtig, dass sie ihren ganzen Körper als etwas Angenehmes, Liebenswertes, Schönes erleben dürfen. Als etwas, das andere mit Respekt, Achtung und Rücksicht behandeln.

Dies geschieht nicht isoliert, sondern ist eng verknüpft mit dem Umfeld. Das Kind nimmt wahr, wenn Erwachsene ablehnend reagieren, wenn es sein Geschlechtsteil berührt. Es bemerkt die Irritation, wenn es rhythmische Bewegungen wiederholt und die erregenden Gefühle geniesst. Es bemerkt, wenn das «Pfiefeli» bewundert und das  «Schlitzli»  übergangen oder nicht benannt wird.

Kindliche Sexualität kann nicht mit Erwachsenensexualität verglichen werden, ein gutes Körpergefühl schafft jedoch die Grundlage für eine erfüllte Erwachsenensexualität.

Mit folgenden Tipps unterstützen Sie Ihr Kind in der Entwicklung eines guten Körpergefühls:

Kindliches Verhalten Verhaltenstipps für Eltern
Entdecken, dass das Berühren des Körpers schöne Gefühle auslöst. Das Kind den eigenen Körper entdecken lassen und dem Kind eigene Gefühle zugestehen.
Unterschiede zwischen dem eigenen Körper und jenem der anderen feststellen, nach und nach entwickeln des Schamgefühls. Die Körperteile im Intimbereich benennen (Penis, Vulva..), dem Kind eine wertschätzende Haltung dem gesamten Körper gegenüber vermitteln.
Nackt spielen und herumrennen lassen. Erklären, was im Privaten und was im öffentlichen Raum gemacht werden darf.
Doktorspiele, Rollenspiele wie Mama oder Papa spielen, usw. Kinder darin bestärken, nein sagen zu dürfen. (Körperkontakt, Kuss etc.)

Doktorspiele: Nur unter Gleichaltrigen erlauben. Mit Kindern Abmachungen treffen, z.B. nur was beide möchten ist erlaubt, keine Gegenstände einführen, Türe geöffnet lassen etc.

Wertschätzender Umgang mit dem Geschlecht des Kindes, unabhängig davon, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist.

Buchtipp:

Das bin ich – von Kopf bis Fuss

von Dagmar Geisler

Auflistung teilweise der Broschüre «Sexualaufklärung von 0-18 Jahren» entnommen.

Mit freundlicher Genehmigung von Elternbildung Schweiz.

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Entdeckung der Welt

By |2019-03-12T15:07:29+01:00Dienstag, 12. März 2019|

Familienausstellung: Die Entdeckung der Welt 

Ab dem 6. April 2019 gastiert die Erlebnisausstellung «Die Entdeckung der Welt» in St.Gallen.
Die dreisprachige Ausstellung lädt Eltern und Kinder zum Entdecken ein und vermittelt spielerisch, welche Bedeutung der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung zukommt.

Weiterführende Informationen zum Standort St.Gallen und zum reichhaltigen Rahmenprogramm: www.entdeckungderwelt.ch

Die Mütter- und Väterberatung hat dieser Ausstellung zwei Veranstaltungen gewidmet:

ELBI-EXPO 2019

26. Mai|10:00-17:00

Am Sonntag 26. Mai 2019 findet in Weinfelden die dritte ELBI-EXPO Thurgau, die Erlebnis- und Bildungsmesse für die ganze Familie, statt. Verbringen Sie einen erlebnisreichen Familientag mit spannenden Höhepunkten, interessanten Informationen, kunterbunten Mitmachgelegenheiten für Gross und Klein und feinem [...]

Informationen zur Ausstellung

Die Wanderausstellung gastiert vom 6. April bis 16. Juni 2019 in der St. Leonhardskirche in St. Gallen.

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag: 10.00–18.00 Uhr
Montag: Geschlossen
Karfreitag: Geschlossen

Weitere Informationen unter:
www.entdeckungderwelt.ch

Kinderängste

By |2019-03-13T07:58:58+01:00Mittwoch, 13. März 2019|

Wer kennt das als Mutter oder Vater nicht?

  • «Lärm macht meinem Kind plötzlich grosse Angst. Den Staubsauger benutze ich nur noch, wenn es abwesend ist.»
  • «Haare waschen ist eine Katastrophe, meine Tochter gerät richtiggehend in Panik.»
  • «Im Muki -Turnen klebt mein Kind die ganze Zeit an meinem Hosenbein. Ich möchte gerne, dass es auch so herumtollt und Spass hat wie die anderen Kinder.»

Dass bereits Babys Angst haben, lässt sich oftmals im sogenannten «Fremdeln» (ab etwa neun Monaten) das erste Mal beobachten. Kriecht es beispielsweise von der Mutter/dem Vater weg, fühlt es sich nach einer gewissen Entfernung unsicher und sucht wieder die Nähe, Geborgenheit und Sicherheit bei seiner Bezugsperson. Diese Angst tritt nicht sinnlos auf, sondern sie schützt das Kind vor allfälligen Gefahren und bewahrt es so vor Schaden.

Es gibt neben dem «Fremden» noch andere, entwicklungsbedingte Ängste. Zum Beispiel Angst vor der Dunkelheit, vor fremden Menschen, vor lauten Geräuschen, vor Phantasiebildern, vor Gewittern, vor eigenen starken Gefühlen etc.

Es ist normal, dass Kinder (und Erwachsene) auf neue, ungewohnte oder bedrohlich wirkende Situationen oder Erlebnisse mit Angst reagieren. Angst gehört zu unserem Leben.

Mit Ihnen an der Seite, lernt das Kind mit seinen Ängsten umzugehen, sie einzuordnen (gefährlich/ungefährlich?) und sie zu überwinden.

Mit folgenden Tipps unterstützen Sie Ihr Kind im Umgang mit Ängsten:

  • Bleiben Sie unbedingt bei Ihrem Kind, wenn es Angst hat. Ihre Nähe und Ruhe geben ihm Sicherheit und helfen ihm, sich zu beruhigen. Sie sind sein Vorbild, es orientiert sich an Ihnen.
  • Nehmen Sie die Ängste Ihres Kindes ernst und begleiten Sie es in kleinen Schritten durch die angstmachende Situation. Hat es beispielsweise Angst vor dem Staubsauer, so nehmen Sie das Kind auf den Arm, reden beruhigend mit ihm und hören sich den Lärm aus Distanz an. Nähern sie sich langsam. Reagiert das Kind darauf sehr ängstlich, so belassen Sie es dabei. Wiederholen Sie das Vorgehen wenn nötig das nächste Mal. Das Kind wird immer mutiger werden.
  • Sätze wie: «Das ist doch kein Grund Angst zu haben» sind wenig hilfreich. Benennen Sie das Gefühl für Ihr Kind: z.B. «Gell, das macht dir Angst. Schau ich bin bei dir.»
  • Lassen Sie es spielerisch Erfahrungen mit angstmachenden Situationen machen. Zum Beispiel indem es der Puppe oder Ihnen die Haare waschen darf, Sie singend angstmachende Situationen überbrücken (Höörli wäsche, Höörli wäsche…) oder indem es selber Lärm macht und Sie davon spielerisch «Angst bekommen».
  • Sie können ein Plüschtier, einen Schutzengel, einen Traumfänger zum Beschützer Ihres Kindes aufbauen. Sagen Sie dem Kind zum Beispiel. «Der Löwe ist ganz stark. Er bleibt bei dir und passt auf dich auf».
  • Überlassen Sie es Ihrem Kind, wann es so weit ist, sich auf etwas Neues einzulassen. Ermutigen Sie es, bleiben Sie ruhig und setzen Sie es nicht unter Druck. Die Neugier wird früher oder später siegen. (Beispiel MuKi Turnen)
  • Nehmen Sie dem Kind nicht alles Herausfordernde ab, denn überwundene Angst macht stark.
  • Durch Rituale und geregelte Abläufe helfen Sie dem Kind, sich im Tagesablauf zu orientieren. Es wird vorhersehbar, was als nächstes kommt. Das gibt ihm Sicherheit und Geborgenheit im Alltag.

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Zwiebelsäckli & Co. – Bewährte Hausmittel richtig eingesetzt

By |2019-02-27T08:12:49+01:00Mittwoch, 27. Februar 2019|

Kinder im 2. Lebenshalbjahr erkranken häufiger. Vor allem, wenn sie Kontakt zu anderen Kindern haben. Schnupfen, Husten und manchmal auch Ohrenschmerzen gehören zum Alltag mit Kleinkindern.

Nicht immer sind Medikamente oder der Gang zum Arzt nötig. Wickel mit Zwiebeln oder Kartoffeln können bei Erkältungen Linderung verschaffen und stellen eine Möglichkeit dar, dem kranken Kind Zuwendung zu geben. Die Wirkung eines Wickels beschränkt sich nicht nur auf den behandelten Körperteil. Der ganze Organismus wird davon beeinflusst. Deshalb ist eine sorgfältige, korrekte Anwendung unerlässlich.

Feuchte Zwiebelsäckli (ab Geburt)

Wirkung:
Schleimlösend, Atembefreiend, Schleimhaut befeuchtend

Anwendungsbereich:
Bei Erkältungen, verstopfter Nase

Material:

  • 1-2 gehackte Zwiebeln
  • Dünnes Tuch oder Gazewindel
  • Schnur, Band

So geht’s:

  • Geschnittene Zwiebel auf angefeuchtetes Tuch legen + zu einem Säckchen binden
  • In die Nähe des Kindes hängen oder stellen + über Nacht dort lassen
  • Vorsicht: 1 m Abstand zum Kind einhalten
  • Hinweis:Der Zwiebelgeruch ist nicht jedermanns Sache.

Warmer Zwiebelwickel (ab 1 Jahr)

Wirkung:
Schmerzstillend, entzündungshemmend schleimlösend

Anwendungsbereich:
Ohren: Bei Ohrenschmerzen
Brust: Bei Husten

Material:

  • 1-2 fein gehackte Zwiebeln
  • Dünnes Tuch oder Gazewindel
  • Befestigungsmaterial (s. Befestigungstipps)
  • Baumwolltuch (z.B. Geschirrhandtuch)
  • Pfanne mit kochendem Wasser + Deckel

So geht‘s:

  • Zwiebel auf Gaze/ dünnes Tuch legen, Tuch zusammenlegen + Zwiebeln darin etwas zusammenquetschen
  • Stoffpäckli auf den umgekehrten Deckel über dem kochenden Wasser erwärmen
  • Temperatur des Wickels prüfen(s. Wichtig zu beachten/Temperatur des Wickels)
  • Auf betroffene Stelle legen + befestigen (s. Befestigungstipps)
  • 1-2 Stunden wirken lassen
  • Ein Kirschsteinsäckchen hält den Wickel länger warm

Anwendungsbereich

Brust:
Bei Husten

Wirkung:
Krampf- und schleimlösend, Durchblutungsfördernd (Unterstützt den Abtransport von Krankheitserregern)

Material:

  • 2-3 mittelgrosse, gekochte Kartoffeln
  • Haushaltpapier
  • Baumwolltuch (z.B. Geschirrhandtuch)
  • Befestigungsmaterial (s. Befestigungstipps)

So geht’s:

  • Kartoffeln samt Schale weich kochen (Gschwellti)
  • Kartoffeln in Haushaltpapier wickeln + leicht quetschen
  • Umschlag mit zerquetschten Kartoffeln in Baumwolltuch packen
  • Temperatur des Wickels prüfen(s. Wichtig zu beachten/Temperatur des Wickels)
  • Auflegen + befestigen (s.Tipps zum Befestigen)

! Vorsicht:  Kartoffeln werden sehr heiss und entfalten im Hautkontakt die Wärme noch zusätzlich.  (Verbrennungsgefahr)

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Wichtig zu beachten bei der Anwendung von Wickeln

Temperatur des  Wickels:

Bei warmen Wickeln ist die Überprüfung der Temperatur vor und kurz nach dem Auflegen zwingend.

Vor dem Auflegen: Den Wickel für 2-3 Minuten auf den eigenen Innenarm legen. Fühlt er sich angenehm warm an, kann er dem Kind aufgelegt werden. (ca. 38°C). Gerade Kartoffeln werden sehr heiss und entfalten im Hautkontakt die Wärme noch zusätzlich.  (Verbrennungsgefahr):

Hautrötungen:

Durch die Wärme kann die Haut leicht gerötet werden, das ist normal. Sollte ein Ausschlag auftreten, das Kind über Juckreiz klagen oder den Wickel unangenehm empfinden, muss der Wickel entfernt werden.

Hautpflege:

Nach dem Entfernen des Wickels, sollte die Haut mit Wasser abgewaschen werden.

Tipps  zum Befestigen

Brustwickel:

Von alten Kinderstrumpfhosen die Füsse abschneiden und zwischen den Beinen aufschneiden. Dem Kind die Strumpfhosen wie einen Pulli anziehen (Kopf durch das Loch, Arme in die Strumpfhosenbeine). Der Wickel kann so darunter geschoben werden und wird durch den Gummibund gut gehalten.

Ohrwickel:

Dem Kind ein Stirnband oder eine enganliegende Kappe anziehen (Wolle oder Baumwolle). Der Wickel kann darunter geschoben werden.

Je nach weiteren Symptomen sind andere Massnahmen nötig oder ein Arzt muss beigezogen werden (s. Beiträge «Mein Kind hat Fieber», «Fiebersenkende Mittel -ganz ohne Chemie» und «Fieberkrampf! Wenn ich das gewusst hätte»)

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Fieberkrampf! Wenn ich das gewusst hätte…

By |2019-02-07T08:22:03+01:00Mittwoch, 13. Februar 2019|

Obwohl ein Fieberkrampf medizinisch gesehen als harmlos gilt, sieht er nicht so aus. Eltern erleben einen Anfall häufig als lebensbedrohlich für das Kind und erschrecken dementsprechend heftig.

In der Beratung wird uns von betroffenen Eltern häufig erzählt, wie froh sie gewesen wären, wenn sie im Vorfeld mehr darüber gewusst hätten. Hier die wichtigsten Informationen dazu:

Was ist ein Fieberkrampf?

Bei einem Fieberkrampf reagiert das Gehirn auf einen raschen Fieberanstieg oder auf hohes Fieber mit Krampfanfällen. Ein Fieberkrampf sieht ähnlich aus wie ein epileptischer Anfall, ist aber keine Epilepsie.

Ungefähr 3-5 % aller Kinder erleiden zwischen dem 6. Lebensmonat und dem 6. Lebensjahr einen Fieberkrampf.

Wie zeigt sich ein Fieberkrampf?

  • Ein Fieberkrampf tritt am häufigsten während des ersten Fieberanstieges, manchmal aber auch bei schon länger bestehendem Fieber auf.
  • Das Kind wird plötzlich bewusstlos, verdreht die Augen nach oben oder starrt gerade aus.
  • Sein Körper kann steif werden oder erschlaffen.
  • Es treten rhythmische Zuckungen an Armen, Beinen oder/und im Gesicht auf.
  • Die Gesichtsfarbe kann sich verändern, v.a. die Lippen verfärben sich häufig blau.
  • Die beschriebenen Symptome können wenige Minuten andauern.
  • Das Kind ist nach dem Anfall müde, neurologisch aber unauffällig.

Was können Sie während eines Anfalles tun?

  • Versuchen Sie ruhig zu bleiben!
  • Lockern Sie die Kleidung des Kindes und sorgen Sie dafür, dass es frei atmen kann.
  • Geben Sie ihm auf keinen Fall Nahrung, Getränke oder den Nuggi in den Mund.
  • Schütteln Sie das Kind unter keinen Umständen.
  • Halten Sie das Kind nicht fest, sondern bleiben Sie bei ihm und sorgen Sie dafür, dass es sich nirgends verletzen kann.
  • Schauen Sie auf der Uhr, damit Sie ungefähr wissen, wie lange der Anfall dauert.
  • Messen Sie nach dem Anfall die Körpertemperatur. Senken Sie bei Bedarf das Fieber.
  • Manche Kinder übergeben sich nach einem Anfall.

Dauert der Anfall länger als 5 Minuten, rufen Sie einen Notarzt (144).

Nehmen Sie nach einem Fieberkrampf immer Kontakt mit einem  Arzt auf. Er kann so das weitere Vorgehen mit Ihnen besprechen.

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Fiebersenkende Mittel – Ganz ohne Chemie

By |2019-01-29T14:52:37+01:00Mittwoch, 30. Januar 2019|

Wickel in all ihren Anwendungen sind ein altbekanntes Heil- und Hausmittel. Die wohl Bekanntesten sind die «Essigsöckli» oder «Wadenwickel» zum Senken von Fieber. Vielleicht haben Sie selbst aus Ihrer Kindheit Erinnerungen daran?

Erhält ein Kind einen Wickel, schenken Sie ihm damit auch Zuwendung, Aufmerksamkeit und das Gefühl von Umsorgt-Werden.

Die Wirkung eines Wickels beschränkt sich nicht nur auf den behandelten Körperteil. Der ganze Organismus wird davon beeinflusst. Deshalb ist eine sorgfältige, korrekte Anwendung unerlässlich.

Wichtig zu beachten bei fiebersenkenden Wickeln:

  • Vor der Anwendung Temperatur messen (rectal).
  • Der Körper muss komplett warm sein, inklusive Füße und Hände. Ansonsten dürfen keine kühlenden Wickel/Bäder angewendet werden!
  • Nie kaltes Wasser verwenden.
  • Das Fieber nicht um mehr als 1° Celsius senken. Herz und Kreislauf werden sonst zu stark belastet.
  • Um die Körpertemperatur um 0.5 bis 1° C zu senken, dauert es in der Regel 1.5 bis 2 Stunden. Bei kleinen Kindern reichen oft schon 10 Minuten, da sie sehr leicht auskühlen.
  • Nach der Anwendung Temperatur kontrollieren.
  • Sehr kleine Kinder empfinden Wickel manchmal nicht als angenehm. Sie weinen oder wehren sich gegen den Wickel. In diesem Fall verzichten Sie darauf.

Beobachten Sie Ihr Kind während der Anwendung gut.

Und so geht’s….

Material:

  • 2 Baumwolltücher (z.B. Geschirrhandtücher)
  • 2 Frotteehandtücher oder Wolltücher
  • 1 Paar grosse Erwachsenen-Kniestrümpfe
  • Schüssel mit lauwarmem Wasser (32 – 36° C)
  • Etwas Essig im Wasser verstärkt die kühlende Wirkung (1l Wasser + ½ EL Essig)
  • Fieberthermometer/Badethermometer

So geht’s:

  • Die Baumwolltücher ins Wasser tauchen und auswringen.
  • Beine straff und faltenlos umwickeln (vom Fussknöchel bis unter das Knie).
  • Darüber die Beine in trockene Frottiertücher oder Wolltücher packen.
  • die grossen Kniestrümpfe darüber ziehen, damit die Wickel besser halten..
  • Die nassen Innentücher werden erneuert, bevor sie warm sind. Das kann alle 10 Minuten nötig sein.
  • Niemals um den Wickel eine luftdichte Hülle aus Plastik oder Gummi legen: Die Flüssigkeit kann sonst nicht verdunsten, was zu einem Wärmerückstau führt.
  • Wadenwickel sollten nicht unter der Bettdecke angewendet werden. Das behindert die Verdunstung, und der Wadenwickel ist wirkungslos. Deshalb Bettdecke zurückschlagen.

Material:

  • Becken mit lauwarmem Wasser (32 – 36° C)
  • Waschlappen
  • 2 trockene Tücher
  • Die kühlende Wirkung kann durch Beigabe von Zitronensaft verstärkt werden (1l Wasser + ½ Löffel Zitronensaft)

So geht‘s:

  • Waschlappen ins Wasser tauchen und etwas ausdrücken.
  • Ein Körperteil nach dem Anderen waschen.
  • Die gewaschene Stelle umgehend mit einem Tuch zudecken (ohne abzutrocknen).

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Mein Kind hat Fieber

By |2019-01-28T08:48:54+01:00Mittwoch, 9. Januar 2019|

Fieber ist keine Krankheit! Mit Fieber wehrt sich der Körper gegen eine Infektion.

Bei Kindern entsteht Fieber am häufigsten durch virale Infektionen. In den ersten Lebensmonaten sind Babys durch den sogenannten «Nestschutz» vor den meisten ansteckbaren Krankheiten geschützt. Dieser lässt aber nach drei bis vier Monaten nach und das Baby muss sein eigenes Abwehrsystem aufbauen. Im 2. Lebenshalbjahr kann Ihr Kind darum etwas öfter erkranken. Vor allem, wenn es regelmässig Kontakt zu anderen Kindern hat. Tröstlich dabei ist, dass das Abwehrsystem des Körpers dadurch aufgebaut wird und die Kinder später davon profitieren können.

  • Mag Ihr Kind spielen, trinkt es und ist mehrheitlich zufrieden, dürfen Sie Fieber bis ca. 39.5 Grad (rectal gemessen) zulassen.
  • Hohes Fieber kann zu Flüssigkeitsverlust führen. Geben Sie Ihrem Kind daher regelmässig zu trinken und beobachten Sie den weiteren Verlauf.
  • Offerieren Sie Ihrem Baby, wenn es nicht essen mag, Muttermilch oder einen Schoppen. Fiebernde Kinder sind oftmals zu müde zum Essen.
  • Fühlt sich Ihr Kind heiss an (auch Füsse und Hände), bekleiden oder bedecken Sie es nur leicht.
  • Friert oder fröstelt Ihr Kind, decken Sie es zu. Eventuell ist die Temperatur noch am Steigen.
  • Ist Ihr Kind im Allgemeinzustand beeinträchtigt, geben Sie ihm fiebersenkende Medikamente. Diese erhalten Sie in Form von Zäpfchen oder Sirup in Apotheken. Achtung: Altersentsprechende Dosierung beachten!
  • Das Fieber über 40 Grad oder höher steigt und sich nicht senken lässt.
  • Ihr Kind untröstlich weint.
  • Es schwer aufzuwecken ist.
  • Es energielos ist, krank aussieht und Sie ein ungutes Gefühl haben.
  • Es nicht schlucken und trinken kann.
  • Rote oder blaue, nicht wegdrückbare Punkte oder Flecken auf der Haut sichtbar sind.
  • Es schwer oder geräuschvoll atmet und sich dies nicht bessert, nachdem seine Nase von Schleim befreit ist.
  • Es einen Fieberkrampf hat.

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Familienfeste, Bräuche und Rituale

By |2018-12-12T14:43:30+01:00Mittwoch, 12. Dezember 2018|

Weihnachten steht vor der Tür. Wo wir auch sind, werden wir von Weihnachtsdekorationen, Geschenkideen, Weihnachtsliedern usw. auf die Feiertage eingestimmt. Feiern auch Sie Weihnachten? Vielleicht sogar das erste Mal mit Ihrem Baby? Sind Sie schon gespannt, wie es auf den Christbaum, die glitzernden Kugeln und die brennenden Kerzen reagieren wird oder ist Ihnen das alles zu viel und Sie würden die Festtage am liebsten überspringen?

Weihnachten zu feiern ist nicht nur eine Tradition oder ein Brauch, sondern auch ein Ritual.

Rituale sind Abläufe, welche sich regelmässig und vorhersehbar wiederholen. Im Tagesablauf sind sie für Kinder sehr wichtig (z.B. das Einschlafritual), aber auch die sich jedes Jahr wiederholenden Feste und Bräuche gehören dazu.

Durch ihre regelmässige Wiederkehr vermitteln sie Ihrem Kind (und uns Erwachsenen) Sicherheit, Geborgenheit und Orientierung. Es sind Rituale, auf das es sich jedes Jahr von neuem freuen kann.

Welche Feste oder Bräuche sind Ihnen wichtig?

Besprechen Sie sich mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin, welche Bräuche und Feste Sie in welcher Form feiern möchten. Jetzt, kurz vor Weihnachten, kann ein Gespräch falschen Erwartungen und Enttäuschungen vorbeugen und Ihnen helfen, einen eigenen, gemeinsamen Weg im Umgang mit Traditionen und Bräuchen zu finden.

Überlegen Sie sich Folgendes:

  • Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Kindheit und die damit verbundenen Familienfeste und Rituale?
  • Was ist Ihnen von Weihnachten in guter Erinnerung geblieben? Was davon möchten Sie Ihrem Kind weitergeben?
  • Wen möchten Sie zum Fest einladen oder würden Sie lieber alleine feiern?
  • Werden Geschenke ausgetauscht und wenn ja, möchten Sie das wie gewohnt beibehalten?

In unserer Kultur gehört Weihnachten für viele Erwachsene zu den allerschönsten Kindheitserinnerungen.

Welche Feste werden Ihren Kindern in schönster Erinnerung bleiben?

In diesem Sinne wünschen wir ihnen frohe Festtage und bis bald im neuen Jahr.

Ihre Mütter- und Väterberatung

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