Von Verstopfung (Obstipation) wir gesprochen, wenn der Stuhlgang mit Schmerzen verbunden ist und aus festen oder harten Kotstücken besteht. Diese Kotballen entstehen, weil der Stuhl sich staut. Je grösser der Stau ist, umso schwieriger wird die Ausscheidung. Oftmals haben verstopfte Kinder mehrmals täglich kleine, feste Kotkügelchen in der Windel. Dadurch können kleine Risse am After entstehen, die bluten und schmerzen. Ist die Ausscheidung schmerzhaft, so können schon Kleinkinder den Stuhl willentlich oder unwillentlich zurückhalten, was wiederum zur Verstopfung beiträgt. Ein Teufelskreis.

Bei der Umstellung von flüssiger Muttermilch oder Säuglingsmilch auf Brei, dickt sich die Konsistenz des Stuhles ein. Das Kind muss mehr drücken. Das sehen Sie Ihrem Baby an. Doch aktives Drücken mit rotem Köpfchen und Anstrengung ist noch keine Verstopfung.

Die Verdauung ist bei jedem Menschen individuell und unterschiedlich schnell. Die Häufigkeit des Stuhlgangs variiert von mehrmals täglich bis alle drei Tage einmal.

Wichtig:

Stimulieren Sie den Darm nicht mit dem Fiebermesser und benutzen Sie abführende Zäpfchen oder Einläufe nur in Absprache mit dem Kinderarzt und in Ausnahmefällen.

Was Sie tun können

Was Sie tun können:
Achten Sie auf eine ausgeglichene, abwechslungsreiche Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr.

  • Bewegung bringt auch die Verdauung in Schwung, sei es indem sich das Kind selber bewegt oder indem Sie den Darm durch eine sanfte Bauchmassage aktivieren (im Uhrzeigersinn)
  • Hat Ihr Kind Bauchschmerzen, legen Sie ihm eine wärmende Bauchkompresse, ein warmes Kirschsteinkissen oder eine warme Bettflasche auf den Bauch.
  • Achten Sie auf eine gute Gesässpflege. Bei kleinen Rissen am After reinigen Sie ihn vorsichtig und cremen Sie ihn mit einer fetthaltigen Creme ein. Schmerzen beim Stuhlgang können so reduziert werden und das Kind kann sich entspannen.

Verdauung anregende, beziehungsweise abführende Nahrungsmittel sind:

  • Fenchel, Brokkoli, Blumenkohl, Hülsenfrüchte
  • Hirseflocken, Haferflocken, Vollkornflocken
  • Apfelmus aus gekochten Äpfeln, Zwetschgen, Aprikosen, Birnen, Trauben, Trockenfrüchte
  • Fencheltee, Apfelsaft und Orangensaft (am besten frischgepresst)

Eher stopfende Nahrungsmittel sind:

Reis, Karotten, Bananen, roh geraffelte Äpfel, Weissmehlprodukte wie Guezli/ Kuchen/Weissbrot, Schokolade

Wichtig: Jedes Kind reagiert anders auf Nahrungsmittel. Ausnahmen sind also immer möglich.

Gehen Sie zum Arzt wenn:

  • Ihr Kind seit längerer Zeit an Verstopfung leidet.
  • Ihr Kind unter zunehmenden Bauchschmerzen leidet.
  • Stuhlgang nur unter Schmerzen oder Weinen möglich ist.
  • Der Stuhl Blutbeimengungen enthält.
  • Ihr Kind nicht am Gewicht zunimmt.

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