Sie haben Ihr Kind lange gestillt und nun ist für Sie der Zeitpunkt zum Abstillen gekommen. Für ein Kleinkind nach dem 1. Geburtstag bedeutet Abstillen etwas anderes als für kleine Säuglinge. Im Kleinkindalter ist das Stillen oft zu einer lieb gewonnen Gewohnheit geworden. Dabei geht es vor allem um das Stillen von Nähe- und Geborgenheitsbedürfnis und weniger um das Stillen von Hunger – auch wenn die Vorteile der Muttermilch weiterhin bestehen.

Stillen kann wunderbar sein und von Kind und Mutter gleichermassen genossen werden. Wenn dem nicht so ist und ein Abstillwunsch da ist, ist es gut sich ein paar Gedanken dazu zu machen.

  • Möchten Sie Abstillen, obwohl das Kind noch nach der Brust verlangt, dürfen Sie Ihm zutrauen und zumuten, diesen Schritt mit Ihnen zusammen auszuhalten und zu schaffen.
  • Es braucht Ihre klare Entscheidung und Überzeugung zum Abstillen – und Ihr Durchhaltevermögen.
  • Seien Sie sich im Klaren, Frustration werden auf Seiten des Kindes kaum zu vermeiden sein (Kinder stillen sich in diesem Alter selten selber ab).
  • Abstillen ist ein Abschied – aber nicht nur. Es beginnt auch etwas Neues. Ihr Kind gewinnt neue Fähigkeiten, beginnt sich in einem weiteren Schritt von Ihnen zu lösen – das bringt neue Möglichkeiten für Sie, Ihr Kind und auch den Papi mit sich.
  • Schrittweises Abstillen ist schonender als abruptes Abstillen.
  • Überlegen Sie (evtl. gemeinsam) neue Rituale, in denen Nähe und Geborgenheit (wie beim Stillen) im Zentrum stehen.
  • In Situationen in denen Ihr Kind normalerweise die Brust verlangt (z.B. Langeweile, Hunger, Müdigkeit) bieten Sie ihm eine spannende Beschäftigung, etwas zu essen oder zu trinken an.
  • Verweigern Sie Ihrem Kind die Brust, wird es vermutlich seine Irritation und/oder seinen Ärger mehr oder weniger lautstark mitteilen. Lassen Sie es nicht alleine weinen, bleiben Sie bei ihm und trösten Sie es.
  • Vermeiden Sie Still-Verführungsmomente (z.B. Aufenthalt beim üblichen Stillplatz, das Kind Ihre nackte Brust sehen lassen z.B. beim Umziehen)
  • Tragen Sie „still-unfreundliche“ Kleidung (hochgeschlossene Kleidung, Reissverschluss hinten)
  • Sagen Sie Ihrem Kind, dass es zwar die Brust nicht mehr haben darf, aber Sie genauso da sind und es lieben.
  • Schmusetücher, ein Lieblingskuscheltier können zum Trost beitragen.
  • Vielleicht kann eine andere Bezugsperson Ihres Kindes die kritischen Zeiten überbrücken, das Ritual ohne Stillen mit dem Kind übernehmen.

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