Vor genau 30 Jahren verabschiedete die UNO die Kinderrechtskonvention. Aus Anlass dieses Jubiläums wurde im Kanton Thurgau ein Kinderrechtsmobil konzipiert, das nächstes Jahr durch den Kanton tourt. Es soll den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die Kinderrechte auf spielerische Art und Weise näherbringen. Heute wurde es in Frauenfeld vorgestellt.

Bereits vor 30 Jahren hat die UNO die Kinderrechtskonvention verabschiedet, vor 22 Jahren wurde sie auch in der Schweiz ratifiziert. «Die Kinderrechte sind nach wie vor von grosser Aktualität, denn sie betreffen unsere Haltung gegenüber Kindern und Jugendlichen sowie unseren alltäglichen Umgang mit ihnen», sagt Karin Frischknecht, Leiterin des Amtes für Gesundheit.

Im Rahmen des Kantonalen Aktionsprogramms Psychische Gesundheit für Kinder und Jugendliche wird in Zusammenarbeit mit Pro Juventute Schaffhausen-Thurgau das Kinderrechtemobil realisiert. Seit Jahrzehnten ist die Bekanntmachung und Vermittlung der Kinderrechte ein Kernanliegen der Pro Juventute. Aus folgender Überzeugung: «Wenn Kinder ihre Rechte kennen, sind sie besser vor Gefahren geschützt. Wenn die Kinderrechte gewahrt werden, dann sind Kinder und Jugendliche gewohnt, ihre Meinung zu äussern und werden gehört, sie lernen, ihre Grenzen zu benennen und durchzusetzen, sie haben ausreichend Freizeit und Erholung, sie können gesund aufwachsen und vieles mehr», sagt Anders Stokholm, Präsident des Vereins Pro Juventute Schaffhausen-Thurgau. Damit wird eine optimale Basis für die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen gelegt.

Das Kinderrechtemobil richtet sich an Sechs- bis Sechzehnjährige. An der Planung und am Ausbau des Kinderrechtemobils waren Kinder und Jugendliche beteiligt. Besonders wichtig war ihnen ein Rückzugsraum, den wir verwirklicht haben. Im rund sieben Meter langen Mobil hat es daher zwei Räume: den «Chill-Raum» für alle unter 16 Jahren, der von Kindern aus Steckborn und Umgebung auch selber gestrichen und mit eingerichtet wurde. Im anderen Raum gibt es Kisten, aufklappbare Tische und Sitzgelegenheiten, die zum Malen, Schreiben, Filmen, Gestalten, Lesen und Spielen einladen. Bei schönem Wetter wird auch der Aussenraum des Mobils bunt und bewegt: mit bemalten Sonnenschirmen, Staffeleien und Bewegungsspielen.

Die visuelle Gestaltung des Kinderrechtemobils schliesst an das von Pro Juventute Schaffhausen-Thurgau neu entwickelte Wimmelbild und Kinderrechte-Memo an. Die
Illustratorin des Wimmelbilds und der Memo-Karten, Vida Sprenger, hat die gesamte Gestaltung der Hülle des Mobils und des Logos mit ihrem farbigen und fröhlichen Strich geprägt. Die Umbauarbeiten des ehemaligen Bauwagens hat der Ausstellungsmacher Daniel Simmen mit viel Umsicht mitgeplant und ausgeführt.

Im Februar 2020 beginnt die Tournee. Das Mobil wird mit dem Traktor von A nach B transportiert. Erste Buchungen sind bereits während der Umbauphase eingetroffen. Aber es hat noch viele offene Zeitfenster: Das Kinderrechtemobil kann von Gemeinden, Schulen, Jugendtreffs, Fachorganisationen, Vereinen usw. genutzt werden. Informationen zur Nutzung und Buchung sind auf der Webseite www.kinderrechtemobil.ch zu finden.

Die Entstehung des Kinderrechtemobils wurde durch die Aktivitäten der Fachstelle Kinder-, Jugend- und Familienfragen (KJF) angestossen. Die Fachstelle KJF hat einen zweijährigen Prozess zur Stärkung der Kinderrechte im Thurgau lanciert und dazu mehreren Koordinationsworkshops durchgeführt. Die Idee, ein Kinderrechtemobil zu realisieren, entstand in diesem Rahmen. Die Tournee des Kinderrechtemobils wird im Jahr 2020 mit der Kampagne “Kinder- und Jugendförderung wirkt” der Fachstelle KJF verknüpft.

Ermöglicht wird das Kinderrechtemobil durch die Drittmittel von Gesundheitsförderung Schweiz, durch einen Beitrag des Kiwanis Club Thurtal und durch weitere Sponsoren. Die Tournee wird zudem durch den persönlichen Einsatz von den Sektionen der Pro Juventute Schaffhausen-Thurgau sowie des Kiwanis Club Thurtal unterstützt.

Eine erste Gelegenheit, das Kinderrechtemobil zu besichtigen, gibt es am Tag der Kinderrechte: Am 20.11.19 ist das Mobil in Frauenfeld im Botanischen Garten von 14.00 bis 17.00 Uhr präsent. Es ist Bestandteil des Spiel- und Bastelnachmittages für Familien, der von der Stadt Frauenfeld gemeinsam mit der Ludothek und dem Verein Bibliothek der Kulturen in der Konvikthalle organisiert wird.

Für Fragen zum Kinderrechtemobil stehen Ihnen Anna Hecken (anna.hecken@tg.ch, 079 485 56 00) vom Amt für Gesundheit und
Petra Hotz (gs@projuventute-sh-tg.ch, 052 761 38 12) von Pro Juventute Schaffhausen-Thurgau zur Verfügung.

Das Kinderrechtemobil kann im Jahr 2020 von Gemeinden, Schulen, Vereinen, Jugendtreffs gebucht werden: Informationen auf www.kinderrechtemobil.ch

Sie haben das Kinderrechtemobil erschaffen: v.l.n.r.: Petra Hotz (Projektleitung), Anna Hecken (Projektleitung), Sarah Baumann (Ausgestaltung), Vida Sprenger (Illustration), Karin Frischknecht (Leiterin Amt für Gesundheit) und Anders Stokholm (Präsident Pro Juventute Schaffhausen-Thurgau).

Sie haben das Kinderrechtemobil erschaffen: v.l.n.r.: Petra Hotz (Projektleitung), Anna Hecken (Projektleitung), Sarah Baumann (Ausgestaltung), Vida Sprenger (Illustration), Karin Frischknecht (Leiterin Amt für Gesundheit) und Anders Stokholm (Präsident Pro Juventute Schaffhausen-Thurgau).

Die Kinder können im «Chill-Raum» des Kinderrechtemobils auf spielerische Art ihre Rechte kennenlernen.

Die Kinder können im «Chill-Raum» des Kinderrechtemobils auf spielerische Art ihre Rechte kennenlernen.