Zum 12. internationalen Safer Internet Day am 10. Februar 2015 präsentiert Saferinternet.at die Ergebnisse einer aktuellen Studie zum Thema „Sexting in der Lebenswelt von Jugendlichen“. Ein Drittel der 14- bis 18-jährigen österreichischen Jugendlichen hat demnach schon einmal Aufnahmen erhalten, in denen die Absender nackt zu sehen sind. Sexting ist ein Teil des Beziehungs- und Sexuallebens im Rahmen einer selbstbestimmten Sexualität geworden. In den meisten Fällen stellt Sexting kein Problem dar, allerdings werden etwaige negative Konsequenzen dabei oft außer Acht gelassen – von der Bloßstellung über Erpressung bis hin zur strafrechtlichen Verfolgung.

Die Initiative Saferinternet.at hat eine Studie zum Thema “Sexting” (Verschicken und Tauschen von eigenen Nacktaufnahmen über Internet oder Handy) veröffentlicht. Bei der repräsentativen Online-Umfrage wurden 500 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren zu Erfahrungen und Motiven rund um das Thema „Sexting“ befragt.

Die Studienergebnisse zeigen, dass Sexting eine häufige Facette des Beziehungs- und Sexuallebens von Jugendlichen geworden ist: 51 Prozent der Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren kennen jemanden, der oder die schon einmal Nacktaufnahmen von sich selbst an andere geschickt hat. Ein Drittel (33%) hat selbst schon Fotos oder Videos erhalten, auf denen die oder der Abgebildete fast nackt oder nackt zu sehen ist. 16 Prozent der Jugendlichen gaben an, schon einmal Nacktaufnahmen von sich selbst erstellt und diese dann meistens auch verschickt zu haben.

Jugendliche erhalten erotische Fotos und Videos vor allem von Freunden (31%), Personen, die flirten möchten (27%), dem Partner bzw. der Partnerin (24%), unbekannten Personen (24%), Ex-Partnern bzw. Ex-Partnerinnen (23%) sowie Personen, mit denen sie ein Verhältnis hatten (14%).

Mit der Zunahme von Sexting im Leben von Jugendlichen steigt auch die Anzahl der Probleme. Knapp die Hälfte aller Jugendlichen (46%) kennt jemanden, die oder der schon einmal Probleme mit Sexting hatte. Sexting geht zwar in den meisten Fällen gut, wenn aber etwas passiert, dann ist das oft mit sehr unangenehmen Erfahrungen für die Betroffenen verbunden. Die häufigsten Folgen im Bekanntenkreis der Befragten: Die Aufnahmen wurden im Freundeskreis verbreitet (81 %), die Abgebildeten wurden verspottet (55%), die Aufnahmen wurden öffentlich gemacht (49 %), die Aufnahmen wurden Eltern oder Lehrenden gezeigt (21%) sowie Erpressung (14 %).

Die aktuelle Rechtslage führt dazu, dass Sexting von Jugendlichen in vielen Fällen strafbar ist (zum Beispiel dann, wenn pornografische Aufnahmen weitergegeben werden). Es gelangen Bestimmungen zum Kampf gegen Kinderpornographie (§ 207a StGB) zur Anwendung. Problematisch ist, dass zum Beispiel beim Sexting damit – als unerwünschter Nebeneffekt – das Recht auf selbstbestimmte Sexualität von Jugendlichen eingeschränkt wird. Konkretes Beispiel: 17-Jährige dürfen miteinander Geschlechtsverkehr haben, es ist ihnen jedoch nicht erlaubt, pornografische Nacktfotos von sich selbst zu tauschen. Hier gibt es nach Ansicht von Kinder- und Jugendorganisationen einen Änderungsbedarf zur Entkriminalisierung von Sexting, wenn niemand zu Schaden kommt.

Quelle: saferinternet.at
Studie: https://www.saferinternet.at/news/news-detail/article/aktuelle-studie-sexting-in-der-lebenswelt-von-jugendlichen-489/